Sokrat

Antifaschist in Russland
349 Seiten
ISBN: 978-3-86841-340-3
Erscheinungsdatum: 16/09/2026

20,00 €

Dmitrij Okrest und Katja Arenina (Hrsg.)

Sokrat
Antifaschist in Russland

Aus dem Russischen von Anne Noack

Alexej „Sokrat“ Sutuga († 2020) war ein Dreh- und Angelpunkt der antifaschistischen Bewegung in Russland. Er war an der Gründung einer der größten und einflussreichsten anarchistischen Gruppen beteiligt, durchlebte und überlebte die wilden Nullerjahre, in denen viele politische Aktivist*innen der grassierenden Gewalt militanter Neonazis zum Opfer fielen, und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. Anhand von Sokrats Lebensweg wird die Geschichte einer Bewegung nachgezeichnet, deren Protagonist*innen sonst meist anonym bleiben.

Das Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten sind Erinnerungen von Weggefährt*innen, Freund*innen und Verwandten zusammengetragen. Sie werden im Stil der Interviewliteratur, wie wir sie beispielsweise von Swetlana Alexijewitsch kennen, zu einer kollektiven Biografie verwoben, die en passant die Geschichte der russischen Antifa in den 2000er und 2010er Jahren erzählt.

Im zweiten Teil, den „Gefängnisdialogen“, schildert Sokrat selbst seine Zeit in Haft – ein schroffer, auch in stilistischer Hinsicht authentischer Blick hinter die Knastmauern des postsowjetischen Russland.

Das Buch schließt mit einer Anthologie von Sokrats Schaffen ab. Neben seinen Artikeln sind hier Interviews und Transkriptionen öffentlicher Auftritte zu finden.